Leistungsgesteuerte Terminplanung, das Bearbeiten vorhandener Zuordnungen sowie die Verfügbarkeit von Ressourcen können Einfluss nehmen auf die Art und Weise, wie Microsoft Project die Terminplanung vornimmt.
Leistungsgesteuerte Terminplanung
Auf welche Weise das Zuordnen von Ressourcen zu Vorgängen die Terminplanung beeinflusst, hängt davon ab, ob die Vorgänge leistungsgesteuert sind.
Leistungsgesteuerte Terminplanung bedeutet, dass die Arbeit neu auf alle Ressourcen verteilt wird, sobald Sie einer Vorgangszuordnung weitere Ressourcen hinzufügen, damit der bisherige Gesamtarbeitsaufwand für den Vorgang unverändert beibehalten wird. Analog wird bei leistungsgesteuerten Vorgängen die Arbeit ebenfalls neu auf alle Ressourcen verteilt, sobald Sie Ressourcen aus einer Vorgangszuordnung entfernen, damit auch in diesem Fall der bisherige Gesamtarbeitsaufwand für den Vorgang erhalten bleibt.
Das durch leistungsgesteuerte Terminplanung bewirkte Beibehalten eines konstanten Arbeitsaufwands kann je nach Art des betroffenen Vorgangs unterschiedliche Auswirkungen auf Dauer und Einheiten zur Folge haben. Vorgänge sind standardmäßig vom Typ "Feste Einheiten" und leistungsgesteuert. Das bedeutet, dass je mehr Ressourcen einem Vorgang zugeordnet sind, desto weniger jede einzelne Ressource zu tun hat. Da der Vorgang mit festen Einheiten arbeitet, wird auch seine Dauer reduziert.
Handelt es sich bei dem leistungsgesteuerten Vorgang um einen Vorgang mit fester Dauer, so bleibt mit zunehmender Anzahl zugeordneter Ressourcen immer weniger für die einzelne Ressource zu tun, um den reduzierten Arbeitsaufwand für die Zuordnung zu leisten. Da es sich um einen Vorgang mit fester Dauer handelt, kann jede Ressource außerdem ihren Aufwand beschränken, was weniger Zuordnungseinheiten bedeutet.
Vorgänge vom Typ "Feste Arbeit" sind ihrer Natur nach leistungsgesteuert. Auch hier gilt wie bei leistungsgesteuerten Vorgängen mit festen Einheiten: wenn Sie Ressourcen hinzufügen, wird die Arbeit auf die Zuordnungen verteilt und die Dauer nimmt ab.
Bearbeiten vorhandener Zuordnungen
Nachdem Sie den Vorgängen Ressourcen zugeordnet haben, sind es vor allem die Zuordnungseinheiten und Ressourcenkalender, die die Terminplanung für Vorgänge beeinflussen. Wenn Sie diese Zuordnungen zu einem späteren Zeitpunkt bearbeiten, kann dies Auswirkungen auf die Vorgangsplanung haben, wenn das Verhältnis zwischen Zuordnungseinheiten, Arbeit und Vorgangsdauer betroffen ist.
Die Art der Beeinflussung der Terminplanung hängt insbesondere vom Typ des Vorgangs ab. Es gibt drei Arten von Vorgängen: "Feste Einheiten", "Feste Arbeit" und "Feste Dauer".
Für alle diese Vorgänge gilt: nachdem Sie eine Ressource zugeordnet haben, erfolgt die Terminplanung für den Vorgang gemäß der Formel: Dauer = Arbeit / Einheiten. Die folgende Tabelle zeigt für jede Vorgangsart, wie sich das Bearbeiten eines der drei Elemente auf die Terminplanung auswirkt.
| Art des Vorgangs |
Effekt bei Überarbeitung der Einheiten |
Effekt bei Überarbeitung der Dauer |
Effekt bei Überarbeitung der Arbeit |
| Vorgang mit festen Einheiten |
Dauer wird neu berechnet. |
Arbeit wird neu berechnet. |
Dauer wird neu berechnet. |
| Vorgang mit fester Arbeit |
Dauer wird neu berechnet. |
Einheiten werden neu berechnet. |
Dauer wird neu berechnet. |
| Vorgang mit fester Dauer |
Arbeit wird neu berechnet. |
Arbeit wird neu berechnet. |
Einheiten werden neu berechnet. |
Für Materialressourcen mit variablem Verbrauch gilt: wenn Sie die Einheiten für einen Vorgang des Typs "Feste Arbeit" ändern, wird (statt der Dauer) die Arbeit neu berechnet.
Wenn Sie Einheiten, Arbeit oder Dauer einer Zuordnung überarbeiten, bleibt jeweils eines der beiden anderen Elemente je nach Typ des gegebenen Vorgangs unverändert, was zur Folge hat, dass Microsoft Project das dritte Element neu berechnet.
Wenn Sie beispielsweise für einen Vorgang mit festen Einheiten den Umfang der zugeordneten Arbeit modifizieren, ändert sich die Dauer des Vorgangs, während die Zuordnungseinheiten unverändert bleiben. Analog gilt: wenn sich die Vorgangsdauer ändert, führt dies zu einer entsprechenden Änderung der Arbeit. Wählen Sie für einen Vorgang den Typ "Feste Einheiten", wenn die Zuordnungseinheiten keine Änderung erfahren dürfen, selbst wenn sich die Dauer oder der Arbeitsumfang ändern sollten. Sie könnten beispielsweise für die Zuordnung einer Ressource eine Zuordnungseinheit von 50% festlegen in der Absicht, dass sich der Wert dieser Einheit nicht ändern soll, auch wenn dies eine Zunahme der Vorgangsdauer oder des Arbeitsumfangs bedeutet. Das Festschreiben der Zuordnungseinheiten empfiehlt sich, wenn die Verfügbarkeit der Ressource für das Projekt und folglich für die Zuordnung sich als inflexibel erweist. Dies entspricht dem Microsoft Project-Standard.
Ressourcenverfügbarkeit
Ressourcenverfügbarkeit gründet sich auf die Anfangs- und Endtermine des Ressourceneinsatzes für das Projekt sowie auf die maximalen Einheiten der Ressource. Während die Verfügbarkeit zunächst keinen Einfluss auf die Terminplanung für Vorgänge hat, wird die Ressource als "überlastet" gekennzeichnet, wenn die Terminplanung eine Belegung der Ressource für Vorgänge berechnet, die über das Verfügbarkeitsdatum oder die maximalen Einheiten der betroffenen Person hinausgehen. Wenn Sie dann einen Kapazitätsabgleich der Ressource durchführen oder andere Anpassungen zur Behebung der Überlastung vornehmen, kann dies zu Unterbrechungen oder Verzögerungen der zugeordneten Vorgänge führen, was direkt eine Änderung der Terminplanung bewirkt.
Wenn der Einsatz einer Ressource nicht zur selben Zeit wie das Projekt beginnt und endet, können Sie Beginn und Ende der Verfügbarkeit einer Ressource im Dialogfeld Informationen zur Ressource angeben.
Sie können dort auch die maximalen Einheiten der Ressource für das Projekt insgesamt festlegen: Ganztägig (100%), Teilzeit (z. B. 50%) oder Mehrfach (z. B. 300%, wenn drei Handwerker an dem Projekt arbeiten sollen). Sie können im Dialogfeld Informationen zur Ressource außerdem angeben, dass die Verfügbarkeit einer Ressourceneinheit während verschiedener Zeitperioden des Projekts variiert. Sie können anhand dieser Tabelle beispielsweise festlegen, dass von Juni bis August drei Maler (entspricht 300%) zur Verfügung stehen, während im September und Oktober nur ein Maler (100%) verfügbar sein wird.
Wenn die einer Ressource zugeordnete Arbeit in einen Zeitraum fällt, der außerhalb der Einsatzzeiten oder Verfügbarkeitszeiten der Ressource liegt, oder wenn der Arbeitsumfang die maximalen Einheiten der Ressource übersteigt, veranlasst Microsoft Project zwar die Zuordnung der Ressource, zeigt aber an, dass diese Ressource überlastet ist. Sie können dies als einen Warnhinweis auf ein potenzielles Problem nehmen und selbst entscheiden, wie diesem Problem beizukommen ist.