DNS-Grundlagen

Domänennamen wie contoso.com werden über ein weltweites System aus Domänenregistrierungsstellen und Datenbanken verwaltet. Hierbei sorgt das Domain Name System (Domänennamensystem, DNS) für die Zuordnung von lesbaren Computerhostnamen zu den IP-Adressen, die von Netzwerkgeräten verwendet werden. Ein grundlegendes Verständnis von DNS und Domänenregistrierungsstellen hilft Administratoren dabei, Domänen in Office 365 zu verwalten.



Was sind Domänennamen?

Domänennamen werden in URLs und E-Mail-Adressen verwendet und weisen unterschiedliche Ebenen auf. So besteht der Domänennamen mail.contoso.com aus den folgenden drei Ebenen:

  • .com ist die Domäne auf oberster Ebene
  • contoso ist die Domäne auf zweiter Ebene
  • mail ist die Domäne auf dritter Ebene

Warum wird eine Domäne auf dritter Ebene verwendet? Ganz einfach: Die Domäne auf dritter Ebene ermöglicht es Ihnen, beispielsweise für die Marketingabteilung oder einen Blog unterschiedliche Domänennamen zu verwenden. Ein Beispiel: blog.contoso.com. In Office 365 stehen Domänen auf dritten Ebene nur in Office 365 Enterprise und Office 365 Midsize Business, jedoch nicht in Office 365 Small Business zur Verfügung. Weitere Informationen zu den von Domänen gebotenen Möglichkeiten im jeweiligen Angebotstyp finden Sie unter Office 365-Dienstbeschreibung für Domänen.

Grundlegendes zu DNS-Eintragstypen

DNS-Einträge werden zum Weiterleiten des Datenverkehrs an Ihre und von Ihrer Domäne verwendet. In der folgenden Tabelle werden häufig verwendete DNS-Einträge und deren Verwendung in Office 365 beschrieben.

Namensservereintrag (NS-Eintrag) Gibt die Namensserver an, die als autorisierende Namensserver für eine bestimmte Domäne verwendet werden. Wenn Sie diese Server ändern, ändern Sie, wo Ihre DNS-Einträge verwaltet werden und wo das DNS-System nach Informationen zu Mailservern usw. sucht.
A-Eintrag (Adresseintrag) Ordnet einem Domänennamen eine IP-Adresse zu
CNAME-Eintrag (Alias oder kanonischer Name) Leitet im DNS-System eine Domäne auf eine um. Wenn ein Namensserver nach einer Domäne sucht und einen CNAME-Eintrag findet, ersetzt er den ersten Domänennamen durch den CNAME und sucht dann nach einem neuen Namen.
MX-Eintrag (Mail-Exchanger) Verweist auf den Server, an den E-Mails geleitet werden sollen. Der Eintrag enthält auch ein Prioritätsfeld, sodass E-Mail-Nachrichten in der Reihenfolge der Priorität an unterschiedliche Server geleitet werden können.
SPF-Eintrag (Sender Policy Framework) Hilft, E-Mail-Spoofing und -Phishing zu verhindern
SRV-Eintrag ("Service", Diensteintrag) Wird von Lync Online und Exchange Online zum Koordinieren des Informationsflusses zwischen Office 365-Diensten verwendet So sind die SRV-Einträge beispielsweise erforderlich, um den Anwesenheitsstatus in Outlook Web App anzuzeigen und um mit Lync, Skype oder anderen Chatnachrichtensystemen Nachrichten mit Personen in anderen Unternehmen auszutauschen.
TTL ("Time-to-live", Gültigkeitsdauer) Die Zeitdauer, für die ein Namensserver einen DNS-Eintrag beibehält, bevor der Server nach einer aktualisierten Version sucht

Wie funktioniert das DNS?

Zur Einrichtung Ihrer Domäne bei einem Clouddienst wie Office 365 gehört das Ändern oder Hinzufügen von DNS-Einträgen für Ihre Domäne. Diese Änderungen sind aufgrund der Art und Weise erforderlich, wie das Internet das DNS, das Domain Name System, und Domänennamen verwendet, um festzustellen, wohin Elemente wie E-Mails gesendet werden sollen oder wo Elemente wie Websites gefunden werden können.

Das Internet ist für die Verwendung des DNS eingerichtet, was dafür sorgt, dass wir vertraute Namen wie "contoso.com" verwenden können, um bestimmte Internetspeicherorte zu finden, die hinter den Kulissen eigentlich mit schwer zu merkenden Zahlen, den so genannten IP-Adressen (Internet Protocol) bezeichnet werden. IP-Adressen sehen ähnlich wie 70.42.241.42 aus, und wie Sie sehen, ist es wesentlich einfacher, einen Domänennamen für die Identifikation von Speicherorten wie E-Mail-Hosts und Websites zu verwenden.

Kurz gesagt: Das DNS teilt dem Internet mit, wohin eine E-Mail (wie "jonas@contoso.com") gesendet werden soll oder wo sich eine Website (wie "www.contoso.com") befindet, die Ihren Domänennamen verwendet. Wenn Sie die korrekten Informationen in die korrekten DNS-Einträge für Ihre Domäne eingeben, leitet das DNS alles ordnungsgemäß weiter, d. h. Ihre E-Mails kommen in Office 365 und nicht irgendwo anders an.

Die DNS-Einträge einer Domäne können aber auch in anderer Weise hilfreich sein. So prüft Exchange beispielsweise einen DNS-Eintrag, der dafür sorgt, dass Outlook automatisch eine Verbindung zum richtigen Exchange-Server herstellt.

DNS-Einträge sorgen dafür, dass E-Mails über das Internet an den richtigen Ort gelangen

Wie vorstehend bereits erwähnt, leitet das DNS den Datenverkehr durch das Internet, indem aussagekräftige Domänennamen den schwer zu merkenden IP-Adressen zugeordnet werden. Ein DNS-Eintrag, der so genannte MX-Eintrag, dient speziell zum Senden von E-Mails an den richtigen Host.

DNS-Einträge sind wie eine Datenbank mit Informationen über Ihre Domäne. Die Einträge und deren Werte werden in einer so genannten Zonendatei gespeichert, die eine Liste mit allen Einträgen für Ihre Domäne und deren Werte enthält. Domänenregistrierungsstellen und andere DNS-Hostinganbieter stellen auf ihren Websites eine Benutzeroberfläche bereit, auf der Sie die Einträge in der Zonendatei Ihrer Domäne bearbeiten können. Dies ist auch die Datei, in der Sie den MX-Eintrag für Ihre Domäne aktualisieren, damit E-Mail-Nachrichten an Office 365 gesendet werden.

Klingt kompliziert? Nun ja, möglicherweise, aber keine Sorge, wir führen Sie durch jeden Schritt, der bei der Einrichtung Ihrer Domäne in Office 365 erforderlich ist.

Über das DNS erfährt das Internet auch, wo nach Websites gesucht werden soll

Wenn Sie eine Websiteadresse wie "www.contoso.com" eingeben, prüft das Internet zuerst auf einem der DNS-Server, ob es einen NS-Eintrag (Namenserver) für (in diesem Fall) "contoso.com" gibt. Der NS-Eintrag teilt dem Internet mit, wo nach der Zonendatei gesucht werden soll, in der sich alle anderen Werte für die DNS-Einträge dieser Domäne befinden. Es gibt eine Menge DNS-Server, die alle miteinander verbunden sind. Die Server arbeiten zusammen, um alle registrierten Domänennamen (die eindeutig sein müssen) und die Position der Zonendateien der Domänen nachzuverfolgen.

Einmal angenommen, der Wert des NS-Eintrags für "contoso.com" würde "godaddy.com" lauten. Damit weiß das Internet, dass es bei GoDaddy.com nach der Zonendatei suchen muss, in der sich alle anderen DNS-Einträge für "contoso.com" befinden. Zu diesen DNS-Einträgen gehören auch der MX-Eintrag, der angibt, wohin E-Mails für "contoso.com" gesendet werden sollen, sowie weitere Einträge. Wenn der MX-Eintrag einen Wert aufweist, der (allerdings in technischen Begriffen) besagt: "E-Mails an Office 365 senden", dann werden alle E-Mail-Nachrichten, die an E-Mail-Adressen bei "contoso.com" gerichtet sind (wie "jonas@contoso.com") dorthin gesendet. Anschließend wird die E-Mail an diesen Speicherort übermittelt, sofern es dort ein Postfach mit dem Namen "jonas" gibt.

Die eigentlichen Werte, die Sie eingeben müssen, damit all das mit Office 365 funktioniert, werden in den Schritten zum Einrichten der Domäne aufgeführt, wenn Sie Ihre Domäne einrichten. Wenn Sie das Setup manuell vornehmen, kopieren Sie die Werte und fügen sie bei Ihrem DNS-Hostinganbieter in die zugehörigen DNS-Einträge (MX-Eintrag, CNAME-Einträge usw.) ein. Der DNS-Hostinganbieter kann, muss aber nicht zwangsläufig, Ihre Domänenregistrierungsstelle sein.

Warum befindet sich die Zonendatei Ihrer Domäne möglicherweise an einer anderen Stelle und nicht bei Ihrer Domänenregistrierungsstelle? Nun, Sie können Ihre Domäne bei einer Domänenregistrierungsstelle wie GoDaddy registrieren, die DNS-Einträge werden aber möglicherweise von einer anderen Stelle verwaltet, wie einem anderen DNS-Hostinganbieter oder einem Webhostingunternehmen. Diese Informationen sind in den NS-Einträgen für Ihre Domäne gespeichert, daher wissen alle DNS-Server, wo sie danach suchen müssen.

 Hinweis    Wenn Sie Ihre Domäne in Office 365 so einrichten, dass Office 365 Ihre DNS-Einträge einrichtet und verwaltet (als Teil des Setups), legen Sie die NS-Einträge Ihrer Domäne so fest, dass sie auf die Office 365-Namenserver verweisen .

Die für Office 365 erforderlichen DNS-Einträge

In Office 365 wird eine Reihe von DNS-Einträgen benötigt, damit der Dienst mit Ihrer Domäne zusammenarbeitet. Neben dem MX-Eintrag für Ihre Domäne, der benötigt wird, damit E-Mail-Nachrichten an Office 365 gesendet werden, gibt es weitere Einträge, die dafür sorgen, dass Outlook die Verbindung zu dem richtigen Exchange-Server aufnimmt, dass Lync ordnungsgemäß eingerichtet wird und dass Spam-E-Mails abgewehrt werden.

Wenn Sie eine Liste der für Office 365 benötigten DNS-Einträge mit Beispielwerten und Funktion anzeigen möchten, lesen Sie DNS-Einträge für Office 365.

Eine Liste der Werte für Ihre Domänen finden Sie auch im Office 365-Portal.

 
 
Zutreffend für:
Administrator für Office 365 Enterprise, Administrator für Office 365 Small Business, Office 365 Midsize Business-Administrator, SharePoint-Verwaltungskonsole