| Anwendbar unter |
| Microsoft Office Access 2003 |
Ob Sie nun ein erfahrener Recruiter sind oder das erste Mal Bewerber beurteilen sollen – in diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie eine Lösung erstellen, mit der Sie den Überblick über offene Positionen, Lebensläufe und Bewerber behalten. Es wird eine Lösung beschrieben, bei der das Organisieren und Verfolgen von Daten durch eine Access-Datenbank mit Formularen und Berichten erleichtert wird.
Wenn Sie nicht mit Access vertraut sind, fragen Sie sich vielleicht, wie Ihnen dieses Programm dabei helfen soll, Ihre Arbeit besser zu erledigen. Im Folgenden finden Sie drei wichtige Probleme, die bei Ihnen möglicherweise auftreten und bei denen Access eine Hilfe darstellen kann:
- Sie bearbeiten großen Datenmengen. Sie müssen den Überblick über offene Stellen, Lebensläufe und Bewerber behalten, und für alle eine Vielzahl von Details speichern. Für jede offene Stelle müssen Sie z. B. Details wie Standort, Position, Abteilung, Vorgesetzter, Beschreibung, Qualifikation usw. erfassen. Wenn Sie solche Daten als einfache Liste mit Spalten und Zeilen in einer Kalkulationstabelle speichern, könnten die Informationen nur mühsam angezeigt, aktualisiert und gefiltert werden.
- Sie möchten aus den Daten bestimmte Informationen abrufen. Sie könnten z. B. nur Positionen anzeigen, die in mehr als drei Monaten nicht besetzt wurden, oder alle Positionen, für die sich ein Bewerber beworben hat.
Mit Access können Sie mit wenig Aufwand sinnvolle Abfragen erstellen. Danach können Sie diese Abfragen mit einem Mausklick ausführen und in wenigen Sekunden alle benötigten Informationen erhalten.
- Sie möchten Berichte drucken. Sie möchten an Ihren Vorgesetzten Details zu den Positionen senden, die in den letzten drei Monaten besetzt wurden. Oder Sie möchten Details zu Lebensläufen für offene Positionen an die entsprechenden Vorgesetzten weiterleiten. Verwenden Sie Access, wenn Sie solche Berichte nicht jedes Mal manuell neu erstellen möchten, wenn Sie sie benötigen. Sie können stattdessen Berichte erstellen, Layout und Druckoptionen festlegen und beliebig oft drucken.
Wenn Sie mit dem Entwerfen oder Erstellen von Datenbanken nicht vertraut sind, sollten Sie sich darüber informieren, welche effizienten Verfahren es gibt, durch die das Vorhandensein von doppelten Daten vermieden wird. Dies wird als „Normalisierung“ bezeichnet. Die Normalisierung von Daten ist erforderlich, um eine sinnvoll strukturierte und zuverlässige Datenbank zu erstellen – so, wie für das Bauen eines Hauses zunächst ein Plan erforderlich ist. Das Ziel der Normalisierung von Daten besteht darin, die zu speichernden Daten zu ermitteln und festzulegen, wie diese Daten gespeichert werden müssen, damit Sie und andere Benutzer die benötigten Informationen schnell und effektiv abrufen können.
Wenn Sie sich über die Grundlagen der Normalisierung informieren möchten oder eine kleine Auffrischung Ihrer Kenntnisse benötigen, lesen Sie den Artikel „Database Normalization Basics“ auf der Microsoft Product Support-Website. Sie sollten ihn gründlich durcharbeiten, damit Sie vor dem Fortfahren das Konzept der Normalisierung kennen.
Entwerfen wir nun also unsere Lösung.
Schritt 1: Bestimmen der Benutzer
Der erste Schritt beim Entwerfen einer Datenbanklösung ist das Bestimmen der Benutzer. Erstellen Sie eine Liste der Personen, die die vorhandenen Tools in Ihrem Unternehmen verwenden und von einer effizienteren Lösung profitieren könnten.
Gehen wir in diesem Artikel davon aus, dass die Datenbank für Recruiter wie Sie, Vorgesetzte mit offenen Positionen in ihren Teams und Mitarbeiter konzipiert ist, die innerhalb des Unternehmens eine neue Stelle suchen.
Hinweis Wir ziehen dabei keine externen Bewerbern und Personalvermittler in Betracht, um die Aufgabe möglichst einfach zu gestalten. Nach dem Entwerfen und Erstellen dieser Datenbank könnten Sie sie erweitern, um auch externe Bewerber, Vermittler und die Personalabteilung mit zu berücksichtigen.
Schritt 2: Ermitteln der Bedürfnisse der Benutzer
Als Nächstes müssen Sie ermitteln, welche Informationen die Benutzer benötigen, wann und wie oft sie auf die Informationen zugreifen müssen und in welchem Format die Informationen vorliegen sollten. Es ist dabei hilfreich, zunächst zu betrachten, wie die Benutzer diese Anforderungen jetzt erfüllen und welche Arbeitsabläufe sich bewährt haben. Vorgesetzte, die offene Stellen zu besetzen haben, möchten z. B. nicht bis Freitag warten, um die neuen Lebensläufe zu sehen. Eine der Anforderungen an die neue Lösung wäre somit, dass die Vorgesetzten die für offene Positionen in ihrer Gruppe eingegangenen Lebensläufe täglich drucken können.
Tipp Eine gute Möglichkeit, um sicherzustellen, dass Sie alle Anforderungen der Benutzer und die mögliche Umsetzung erfassen, ist das Erstellen von einfachen Formularen und Berichten, die Sie dann mit den potentiellen Benutzern besprechen und ausprobieren. Mithilfe von Formularen werden Daten eingegeben, und Berichte werden zum Anzeigen von Daten verwendet. Sprechen Sie über die Beispieldaten, wie viele Details benötigt werden, wie die Daten angeordnet sein sollen, wie häufig sie verwendet werden und wie sie abgerufen werden sollen. Durch solche Modelle können Sie später beim Erstellen der Datenbank besser Formulare und Berichte entwerfen.
Im Folgenden sind einige Beispiele für Anforderungen der einzelnen Benutzergruppen aufgeführt:
| Benutzerkategorie |
Beispiele für Anforderungen |
| Einstellende Manager |
Detaillierte Lebensläufe, u. a. mit Details zu Berufserfahrung und Ausbildung
Berichte, in denen Bewerber für eine bestimmte Position verglichen werden
|
| Bewerber |
Detaillierte Informationen zu offenen Stellen Suche nach Positionen, die Anforderungen und Qualifikationen entsprechen
|
| Recruiter |
Liste der in letzter Zeit frei gewordenen Stellen Detaillierte Lebensläufe
Suche nach Bewerbern, die Anforderungen an eine bestimmte Position erfüllen
|
Schritt 3: Ermitteln der Daten, die gespeichert bzw. abgerufen werden sollen
Wenn Sie Beispielberichte und -formulare erstellt haben, erstellen Sie eine Liste der jeweiligen Datenelemente, und wenden Sie dann die ersten drei Regeln der Normalisierung an (erste Normalform, zweite Normalform und dritte Normalform), um Datenstrukturen ohne Redundanz und Inkonsistenzen zu erhalten.
Im Folgenden sehen Sie die Daten zu den Lebensläufen vor der Normalisierung und nach dem Anwenden der ersten, zweiten und dritten Normalform:
Lebenslaufdaten vor der Normalisierung
Ein Beispiellebenslauf enthält die folgenden Elemente:
Hinweis Einige Gruppen, z. B. eine Matrix der Qualifikationen und eine Aufstellung der durchlaufenen internen Positionen, können über mehrere Einträge verfügen. Ein Bewerber kann z. B. über unterschiedliche Qualifikationen verfügen, für die einzelnen Qualifikationen können Details angegeben werden, und er könnte unter unterschiedlichen Aufgabenbezeichnungen oder für unterschiedliche Vorgesetzte gearbeitet haben.
- Zielsetzung
- Angestrebte Position
- Personal-Nr.
- Vorname
- Nachname
- Einstellungsdatum
- E-Mail-Adresse
- E-Mail-Typ
- Telefonnummer
- Telefonnummerntyp
- URL der Homepage
- Adresse
- Ort
- Bundesland
- PLZ
- Land
- Bevorzugter Titel
- Bevorzugte Kategorie
- Bevorzugtes Produkt
- Reisetage pro Monat
- Bevorzugter Ort bei Versetzung
- Bevorzugter Standort
- Datum der Verfügbarkeit
- Qualifikationsmatrix (mehrer Einträge)
- Qualifikation
- Art der Qualifikation
- Zuletzt angewendet
- Berufserfahrung in Jahren
- Derzeitige Position
- Personal-Nr. des Vorgesetzten
- Titel
- Kategorie
- Produkt
- Ebene
- Standort
- Bereits durchlaufene interne Positionen (mehrere Einträge)
- Personal-Nr. des Vorgesetzten
- Titel
- Kategorie
- Produkt
- Anfangsdatum
- Enddatum
- Aufgabenbereich
- Berufserfahrung (mehrere Einträge)
- Vorheriger Arbeitgeber
- Titel
- Anfangsdatum
- Enddatum
- Aufgabenbereich
- Kündigungsgrund
- Angaben zur Ausbildung (mehrere Einträge)
- Ausbildungsort
- Abschluss
- Hauptfach
- Nebenfach
- Datum des Abschlusses
- Notizen
Lebenslaufdaten in der ersten Normalform (nach dem Trennen der Gruppen und Hinzufügen eines Primärschlüssels)
Nach dem Entfernen von wiederholten Einträgen (z. B. die Details in der Qualifikationsmatrix) kann die obige Liste in die folgenden Gruppen unterteilt werden: Lebenslauf, Qualifikationsmatrix, Bereits durchlaufene interne Positionen, Berufserfahrung und Angaben zur Ausbildung.
Lebenslauf
Qualifikationsmatrix
- Personal-Nr. (Primärschlüssel)
- Qualifikation
- Art der Qualifikation
- Zuletzt angewendet
- Berufserfahrung in Jahren
Bereits durchlaufene interne Positionen
- Personal-Nr. (Primärschlüssel)
- Personal-Nr. des Vorgesetzten
- Titel
- Kategorie
- Produkt
- Anfangsdatum
- Enddatum
- Aufgabenbereich
Berufserfahrung
- Personal-Nr. (Primärschlüssel)
- Vorheriger Arbeitgeber
- Titel
- Anfangsdatum
- Enddatum
- Aufgabenbereich
- Kündigungsgrund
Angaben zur Ausbildung
- Personal-Nr. (Primärschlüssel)
- Ausbildungsort
- Abschluss
- Hauptfach
- Nebenfach
- Datum des Abschlusses
Lebenslaufdaten in der zweiten Normalform (nach dem Entfernen der Elemente, die auf mehrere Datensätze zutreffen, und Hinzufügen von Fremdschlüsseln)
Der Name des Mitarbeiters, das Einstellungsdatum, die Kontaktinformationen, die Angaben zur derzeitigen Position, die beruflichen Präferenzen und das Datum der Verfügbarkeit können bei mehreren Lebensläufen gleich sein, verschieben Sie diese Elemente daher in eine separate Liste (Bewerber).
Lebenslauf
Bewerber
- Bewerber-Nr.
- Personal-Nr. (Fremdschlüssel)
- Vorname
- Nachname
- Einstellungsdatum
- E-Mail-Adresse
- E-Mail-Typ
- Telefonnummer
- Telefonnummerntyp
- URL der Homepage
- Adresse
- Ort
- Bundesland
- PLZ
- Land
- Bevorzugter Titel
- Bevorzugte Kategorie
- Bevorzugtes Produkt
- Reisetage pro Monat
- Bevorzugter Ort bei Versetzung
- Bevorzugter Standort
- Datum der Verfügbarkeit
- Personal-Nr. des Vorgesetzten
- Titel
- Kategorie
- Produkt
- Ebene
- Standort
Die Gruppen Qualifikationsmatrix, Bereits durchlaufene interne Positionen, Berufserfahrung und Angaben zur Ausbildung befinden sich, wie oben aufgeführt, bereits in der zweiten Normalform und müssen daher nicht geändert werden.
Lebenslauf in der dritten Normalform (nach dem Entfernen von Elementen, die nicht vom Primärschlüssel abhängen)
In der Gruppe Bewerber gibt es eine Reihe von Elementen, die von Personal-Nr. und nicht von Bewerber-Nr. abhängen. Verschieben Sie daher die Elemente, die von Personal-Nr. abhängen, in eine separate Liste (Mitarbeiter).
Bewerber
- Bewerber-Nr.
- Personal-Nr.
- E-Mail-Adresse
- E-Mail-Typ
- Telefonnummer
- Telefonnummerntyp
- URL der Homepage
- Adresse
- Ort
- Bundesland
- PLZ
- Land
- Bevorzugter Titel
- Bevorzugte Kategorie
- Bevorzugtes Produkt
- Reisetage pro Monat
- Bevorzugter Ort bei Versetzung
- Bevorzugter Standort
- Datum der Verfügbarkeit
Mitarbeiter
- Personal-Nr.
- Vorname
- Nachname
- Einstellungsdatum
- Personal-Nr. des Vorgesetzten
- Titel
- Kategorie
- Produkt
- Ebene
- Standort
Alle anderen Strukturen befinden sich bereits in der dritten Normalform und müssen daher nicht geändert werden.
Schritt 4: Ermitteln der bereits vorhandenen Daten
Nach dem Optimieren der Datenstrukturen können Sie überprüfen, ob eine oder mehrere Gruppen (oder Tabellen) bereits in einer anderen Datenquelle vorhanden sind, z. B. in einer Datenbank bei einem anderen Team in der Organisation. Details zur bisherigen Karriere und zur derzeitigen Position könnten Sie z. B. in einer Datenbank der Personalabteilung finden. Finden Sie heraus, ob Sie diese Daten mitverwenden oder eine Verknüpfung dazu erstellen können, um Redundanzen innerhalb der Organisation zu vermeiden und sich selbst die Arbeit zu erleichtern.
Schritt 5: Ermitteln der Beziehungen zwischen den Tabellen zum Erstellen von Berichten, Abfragen und anderen Informationen
Beim Erstellen der Datenbank werden der vollständige Lebenslauf und die Details zu den Bewerbern, die für einen Manager auf Personalsuche von Interesse sind, aus unterschiedlichen Tabellen abgerufen – Zielsetzung und angestrebte Position aus der Tabelle Lebenslauf, Kontaktinformationen des Bewerbers und berufliche Präferenzen aus der Tabelle Bewerber, Qualifikationen und Angaben zur Ausbildung aus den Tabellen Qualifikationsmatrix und Angaben zur Ausbildung usw. Bevor Sie eine Liste von Lebensläufen für einen Vorgesetzten erstellen, müssen diese Tabellen sinnvoll verknüpft werden, damit alle relevanten Informationen zu einem bestimmten Bewerber (oder Mitarbeiter) zusammengeführt werden können. Ermitteln Sie, welche Tabellen verknüpft werden müssen und zwischen welchen Feldern Sie die Beziehungen einrichten müssen. Die Tabellen Lebenslauf und Bewerber können über das gemeinsame Feld Bewerber-Nr. verknüpft werden. Die Tabellen Bewerber und Qualifikationsmatrix können über das gemeinsame Feld Mitarbeiter verbunden werden.
Schritt 6: Abschließendes Festlegen des Designs für Formulare, Berichte und Abfragen
Wenn Sie über Beispielformulare und -berichte verfügen, ziehen Sie sie als Grundlage für die endgültigen Versionen der Formulare und Berichte heran, die Sie in der Datenbank erstellen müssen. Wählen Sie das Layout der Datenfelder aus, legen Sie die zugrunde liegenden Tabellen fest, wählen Sie ein Design aus usw. Die Daten, die ein Bewerber im Formular Lebenslauf eingibt, werden z. B. in den Tabellen Lebenslauf und Bewerber gespeichert. Die Daten für den Bericht zur Anzahl der in der letzten Woche besetzten Stellen werden aus der Tabelle mit den Positionen abgerufen. Stellen Sie sicher, dass Sie alle Formulare, die die Benutzer zum Eingeben von Daten benötigen, die gedruckten Berichte und die Abfragen entwerfen.
Sie können nun eine Datenbank erstellen und die benötigten Tabellen, Abfragen, Formulare und Berichte hinzufügen. Weitere Informationen zum Erstellen einer Datenbank finden Sie in der Access-Hilfe.
Informationen zum Entwerfen von Access-Datenbanken finden Sie auf der Microsoft Product Support-Website im Artikel „Where to find information about designing a database in Access“ (nur auf Englisch verfügbar).