Eine der zahlreichen Stärken von Microsoft Access ist, dass es mit einer Vielzahl von Datenbanken und Dateiformaten verwendet werden kann, darunter SQL Server-Daten. Es gibt fünf Methoden, mit SQL Server-Daten in Access zu arbeiten.
Erstellen eines Access-Projekts
Ein Microsoft Access-Projekt (.adp) ist eine Access-Datendatei, die effizienten Zugriff auf eine Microsoft SQL Server-Datenbank im nativen Modus über die OLE-DB-Komponentenarchitektur ermöglicht. Mit Hilfe eines Access-Projekts können Sie eine Client/Server-Anwendung genau so einfach erstellen wie eine Dateiserveranwendung. Diese Client/Server-Anwendung kann eine traditionelle, auf Formularen und Berichten basierende Lösung sein, eine webbasierte Lösung, die auf Datenzugriffsseiten beruht, oder eine Kombination aus beiden. Sie können das Access-Projekt mit einer Remote-SQL Server-Datenbank, einer lokalen SQL Server-Datenbank oder einer lokalen Installation von SQL Server 2000 Desktop Engine verknüpfen.
Verbindet das Access-Projekt mit der SQL Server-Datenbank
In der SQL Server-Datenbank gespeicherte Datenbankobjekte
Im Access-Projekt gespeicherte Datenbankobjekte
Das Arbeiten mit einem Access-Projekt ähnelt sehr dem Verwenden einer Access-Datenbank. Formulare, Berichte, Datenzugriffsseiten, Makros und Module werden hier praktisch genau so erstellt wie eine Access-Datenbank.
Nachdem Sie eine Verbindung zu einer SQL Server-Datenbank hergestellt haben, können Sie Tabellen, Ansichten, gespeicherte Prozeduren, benutzerdefinierte Funktionen und Datenbankdiagramme mit dem Datenbank-Designer, dem Tabellen-Designer, dem Abfrage-Designer, dem Abfrage-Generator und dem SQL-Texteditor anzeigen, erstellen, verändern oder löschen. Zwar weicht die Benutzeroberfläche für die Verwendung dieser Datenbankobjekte von den entsprechenden Datenbankobjekten in einer Access-Datenbank ab, sie ist aber genauso benutzerfreundlich. Ein Access-Projekt enthält außerdem viele der Assistenten, die auch in einer Access-Datenbank verfügbar sind, z. B. den Formular-Assistenten, den Berichts-Assistenten, den Seiten-Assistenten und den Eingabeformat-Assistenten. Diese Assistenten helfen Ihnen, rasch einen Prototyp oder eine einfache Anwendung zu generieren, und sie vereinfachen außerdem das Erstellen von komplexeren Anwendungen.
Erstellen einer Datenzugriffsseite
Eine Datenzugriffsseite ist eine spezielle Art von Webseite, die zum Anzeigen und Bearbeiten von Daten aus dem Internet oder einem Intranet bzw. für Daten, die in einer Microsoft Access-Datenbank oder einer Microsoft SQL Server-Datenbank gespeichert sind, konzipiert ist.
Eine Datenzugriffsseite verwenden Sie ähnlich wie ein Formular: Sie können Daten in einer Datenbank anzeigen, eingeben, bearbeiten und löschen. Sie können jedoch auch eine Seite außerhalb einer Microsoft Access-Datenbank verwenden, so dass die Benutzer die Daten über das Internet oder ein Intranet anzeigen oder aktualisieren können.
Geben Sie die Produktinformationen in die Textfelder, Dropdownlistenfelder und das Kontrollkästchen ein.
Verwenden Sie die Datensatznavigationsleiste, um in den Datensätzen zu navigieren, Datensätze hinzuzufügen, zu löschen und zu filtern sowie die Hilfe anzuzeigen.
Eine Datenzugriffsseite bezieht Daten aus einer Microsoft Access-Datenbank oder einer Microsoft SQL Server-Datenbank, Version 6.5 oder höher. Um eine Seite erstellen zu können, die Daten aus einer dieser Datenbanken nutzt, müssen Sie die Seite mit der Datenbank verbinden. Wenn Sie bereits eine Access-Datenbank oder ein Access-Projekt geöffnet haben, die bzw. das mit einer SQL Server-Datenbank verbunden ist, wird die von Ihnen erstellte Datenzugriffsseite automatisch mit der aktuellen Datenbank verbunden, und der betreffende Pfad wird in der Eigenschaft ConnectionString der Datenzugriffsseite gespeichert. Wenn ein Benutzer diese Seite mit Microsoft Internet Explorer, Version 5 oder höher, in der Seitenansicht öffnet, werden aktuelle Daten aus der zugrunde liegenden Datenbank gemäß dem in der Eigenschaft ConnectionString angegebenen Pfad angezeigt.
Erstellen einer Office-Webkomponente
Microsoft Office-Webkomponenten sind ein Satz von ActiveX-Steuerelementen, der mit Microsoft Office XP installiert wird. Wenn die Office-Webkomponenten auf dem Computer installiert sind, können Sie eine Tabelle, eine PivotTable-Liste und ein Diagramm interaktiv auf einer Webseite in Microsoft Internet Explorer Version 4.01 oder höher verwenden. Wenn Sie die Komponenten auf einer Datenzugriffsseite in Microsoft Access nutzen möchten, muss Internet Explorer Version 5 oder höher installiert sein.
Die folgende Abbildung zeigt eine einfache PivotTable-Liste, die Zusammenfassungsdaten anzeigt.
Obwohl die Datenzugriffsseite die Daten aus einer Microsoft Access-Datenbank oder einer Microsoft SQL Server-Datenbank abruft, können die Microsoft Office-Webkomponenten-Steuerelemente auf der Seite Daten aus beiden Datenbanken oder aus ganz anderen Quellen anzeigen. Die Seite kann z. B. eine PivotTable-Liste, eine Tabelle oder ein Diagramm mit Daten aus einer Live-SQL Server-Datenbank enthalten. Die SQL Server-Datenbank kann auch eine OLAP (On-Line Analytical Processing)-Datenbank sein. OLAP ist ein Ansatz für die Datenbankserver-Verarbeitung, bei dem große Datenmengen so organisiert werden, dass sie leicht zugänglich und verständlich sind und für die Analyse von Unternehmensentwicklungen und -ergebnissen geeignet sind.
Weitere Informationen zum Ändern von externen Verbindungen finden Sie in der Hilfe zu Access.
Verknüpfen von SQL Server-Tabellen aus einer Access-Datenbank (.mdb)
Beim Verknüpfen werden mit Hilfe einer ODBC-Verbindung Daten aus einer anderen Anwendung mit der Datenbank verbunden, ohne sie zu importieren, so dass Sie die Daten sowohl in der ursprünglichen Anwendung als auch in der Access-Datenbank anzeigen und bearbeiten können.
Wenn Sie eine verknüpfte SQL Server-Tabelle in der Entwurfsansicht öffnen, sieht die Tabelle fast wie eine normale Microsoft Access-Tabelle aus. Sie können zwar die Art und Weise, wie die verknüpfte Tabelle und ihre Felder in der externen SQL Server-Datenbank definiert sind, nicht ändern, aber Sie können die Eigenschaften einstellen, die die Anzeige der Felder in Microsoft Access steuern. Änderungen an den Eigenschaften von verknüpften Tabellen betreffen nur die Handhabung und Anzeige von Daten aus der verknüpften Tabelle in Microsoft Access. An der Quelltabelle in SQL Server werden dabei keine Änderungen vorgenommen. Die folgende Tabelle zeigt die Feldeigenschaften, die Sie für verknüpfte Tabellen einstellen können.
| Eigenschaft |
Wirkung |
| Format |
Steuert, wie Daten in einem Feld angezeigt werden. |
| Dezimalstellenanzeige |
Steuert die Anzahl der angezeigten Dezimalstellen. |
| Eingabeformat |
Erstellt eine Dateneingabemaske mit Trennzeichen und auszufüllenden Leerstellen. |
| Beschriftung |
Ändert den Namen, der für die Spaltenüberschrift des Datenblattes eines Feldes verwendet wird, und gibt einen Standardnamen an, der als Beschriftung zu verwenden ist, wenn ein Feld in ein Formular eingefügt wird. |
In Microsoft Access ist außerdem ein eindeutiger Index zum Aktualisieren, Löschen oder Einfügen von Daten in einer verknüpften SQL-Tabelle oder -Ansicht erforderlich. Wenn Sie eine aktualisierbare Microsoft SQL Server-Ansicht oder eine SQL -Datenbanktabelle verknüpfen, die keinen eindeutigen Index aufweist, werden Sie in Microsoft Access aufgefordert, eines oder mehrere Felder auszuwählen, um einen Index zu erstellen. Allerdings wird in Access nicht überprüft, ob die ausgewählten Felder jeden Datensatz eindeutig identifizieren. Wenn in dem von Access erstellten Index Duplikate vorkommen, können Sie die betreffenden Datensätze nicht aktualisieren.
Weitere Informationen zum Verknüpfen von Daten und Verwenden der Tabelle MSysConf finden Sie in der Hilfe zu Access.
Importieren von SQL Server-Daten in eine Access-Datenbank (.mdb)
Sie können SQL Server-Daten in eine neue Microsoft Access-Tabelle importieren. Das Importieren ist grundsätzlich eine Möglichkeit, Daten aus einem anderen Format zu konvertieren und in Microsoft Access zu kopieren. Die Quelltabelle oder -datei wird dabei nicht verändert. Sie können Daten direkt aus einer SQL Server-Datenbank importieren, indem Sie eine ODBC-Verbindung, eine aus SQL Server exportierte Textdatei oder eine aus SQL Server exportierte XML-Datei verwenden.
Um häufige Importoperationen zu beschleunigen, können Sie den Vorgang automatisieren, indem Sie ein Makro oder eine Microsoft Visual Basic für Anwendungen-Prozedur erstellen. Dies ist z. B. sinnvoll, wenn Sie Daten in regelmäßigen Abständen importieren oder außergewöhnlich komplexe Anforderungen für den Datenimport bestehen.
Weitere Informationen zum Verknüpfen von Daten und Automatisieren von Verknüpfungen finden Sie in der Hilfe zu Access.